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Erstellt am: 18.01.2004 Stand: 13.12.2004 |
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| Die Auslösung einer Kamera mittels eines Servos ist an und für sich eine einfache und sichere Sache. Was macht man jedoch, wenn man sich nicht gleich eine komplette Fernsteuerungsanlage anschaffen will, sondern erst einmal in Kite Aerial Photography reinschnuppern möchte? Oder man möchte ein superleichtes Rig ohne Empfänger, Antenne, drei Servos, Getriebe... Einfach nur die Kamera in die Luft schicken und ein paar Aufnahmen machen. Aber wie löst man dann die Kamera aus? Der Selbstauslöser einer Kamera läuft meistens "nur" 10 sec. In dieser Zeit hat man die Kamera mit dem Drachen nicht in die gewünschte Höhe gebracht. |
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Ein kleines Fernsteuerservo betätigt mechanisch |
Viele KAPer haben
sich Gedanken zu dem Thema gemacht und die unterschiedlichsten
Zeitverzögerungen entwickelt um die Auslösung der Kamera so lange zu
verzögern, bis die gewünschte Flughöhe erreicht ist.
Und was ist nachdem die Aufnahme gemacht wurde? Drachen und Kamera wieder herunterholen und die Verzögerungseinrichtung neu starten um dann den Drachen wieder in die Luft zu bringen? Besser wäre es, wenn eine Kamera mit Motorantrieb (oder eine Digitalkamera) in einem bestimmten Zeitabstand automatisch eine Aufnahme nach der Andern machen könnte. |
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Hier ist meine Lösung:
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Der Servo-Autotrigger für KAP ist auf
einer |
Funktiosweise der Schaltung:Ein Servoimpuls wird normalerweise im Sender alle 20 ms erzeugt und ist, je nach Stellung des Steuerknüppels, zwischen 1 und 2 ms lang. Ist er z.B. 1,5 ms lang, so steht der Servoarm in der Neutralstellung. Die Kamera löst nicht aus. Wird der Impuls nun auf 2 ms verlängert, so bewegt sich der Servoarm, drückt auf den Auslöser und die Kamera löst aus. Nach dem Auslösen wird der Impuls wieder auf 1,5 ms verkürzt und das Servo fährt wieder in die Neutralstellung. Die Elektronikschaltung muss also in der Lage sein, Servoimpulse mit verschiedenen Längen für die Neutralstellung und die Auslösestellung zu erzeugen. Des weiteren muss sie natürlich die gewünschte Verzögerung erzeugen, die benötigt wird um den Drachen mit der Kamera in die Luft zu bekommen bzw. zwischen den Aufnahmen mit der Kamera in eine andere Höhe oder an eine andere Position zu gelangen. |
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Beim Entwurf des Servo-Autotriggers waren also drei verschiedene Zeiten zu erzeugen:
Diese drei Zeiten werden mit Timerbausteinen vom Typ NE555 und NE556 erzeugt, wobei das IC NE556 gleich zwei solcher Timer enthält. |
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Testschaltung:Zunächst habe ich die Schaltung probeweise auf einem Experimentierbrett aufgebaut um die Funktion zu testen und die Dimensionierung der Bauteile zu bestimmen. Wichtig war mir beim Entwurf dieser Schaltung, dass sie mit handelsüblichen Bauteilen funktioniert und kein Mikrocontroller programmiert werden muss, so das ein Nachbau wesentlich leichter ist. Mit Trimmern kann die Intervallzeit sowie die Position des Servos für die Neutrallage und die Auslöseposition eingestellt werden. Nach einigen Tests habe ich dann eine Platine für die Schaltung entworfen, die mit normalen, leicht erhältlichen Bauteilen bestückt ist. |
Aufbau des Servo-Autotriggers:Hier nun das Layout der kleinen Platine, der Bestückungsplan, der Schaltplan und die Stückliste mit weiteren Aufbauhinweisen für den Servo-Autotrigger. Um eine Belichtungsfolie im richtigen Masstab zu erhalten druckt man das Platinenlayout möglichst gross aus und verkleinert es mit einem Fotokopierer auf eine Overheadfolie auf das angegebene Mass 40 mm. So erhält man eine gestochen scharfe Folie, mit der sich die Platine wunderbar belichten lässt. Genauere Hinweise wie man eine Platine erstellt findet man in meinem Artikel: "Anfertigen von Leiterplatten für Elektronikschaltungen (Platinen)". |
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Unter den ICs befinden sich Drahtbrücken und ein Kondensator |
Je nach Auswahl des Kondensators C1 lassen sich unterschiedliche Intervallzeiten erreichen, die mit dem Trimmer R1A fein eingestellt werden können. Bei meiner Schaltung habe ich 47 uF gewählt und eine Zeit von ca. 10 sec eingestellt. So sind nach ca. einer halben Stunde 200 Aufnahmen auf der Speicherkarte meiner Digitalkamera. Verwendet man eine Kamera mit konventionellem Film sollte man die Zeit natürlich länger einstellen, denn ein 36er Film wäre bei 10 sec Intervallzeit bereits nach 6 min voll.
| Tabelle der Intervallzeit in Abhängigkeit von C1 | |||
| C1 (uF) | kürzeste Zeit (sec) | längste Zeit (sec) | Gesamtlaufzeit bei 200 Aufnahmen |
| 22 | 3 | 18 | 10 min - 60 min |
| 47 | 6 | 39 | 20 min - 2 h 10 min |
| 100 | 14 | 83 | 47 min - 4 h 37 min |
| 220 | 35 | 183 | 1 h 57min - 10 h 10 min |
Stromversorgung:Die Elektronikschaltung und das Triggerservo können auf zwei verschiedene Art mit Strom versorgt werden: 1. Mit einer 9 Volt Blockbatterie oder Akku. 2. Mit
einem Akku aus vier Zellen mit einer Spannung von 4,8V. |
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Einstellungen:An den drei Trimmern der Schaltung kann die Intervallzeit, also der Zeitabstand zwischen den einzelnen Fotos, die Position des Servos beim Auslösen sowie die Position in der Ruhelage eingestellt werden. R1A = Intervallzeit |
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Links im Bild der Spannungsregler. Er kann zusammen mit den beiden Kondensatoren bei einer Speisung mit 4,8 V entfallen |
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Beim Einstellen der Schaltung geht man wie folgt vor:
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Wie funktioniert nun das Ganze?Man richtet am Boden die Kamera aus, schaltet den Servo-Autotrigger ein und lässt den Drachen mit der Kamera in die Höhe steigen. Der Servo-Autotrigger erzeugt dann regelmässig Servoimpulse die dafür sorgen, das das Servo in die Auslöseposition fährt und die Kamera löst aus. Benutzt man eine Kamera mit motorischem Filmtransport oder eine Digitalkamera so wird eine Aufnahme nach der Anderen gemacht bis der Film oder der Speicherchip voll ist. Da man die Blickrichtung der Kamera nicht mit der Fernsteuerung vom Boden aus einstellen kann, muss das gewünschte Aufnahmeobjekt durch umherlaufen mit dem Drachen anvisiert werden. |
Links zu anderen KAPern und mehr findet Ihr in meinem Surfers Guide.
Für Fragen, Anregungen oder Erfahrungsaustausch stehe ich gerne zur Verfügung.
Über einen Eintrag in meinem Gästebuch würde ich mich sehr freuen.
Manfred
http://KAP-Man.de
Manfred